Freitag, 28. Dezember 2018

lieber 1000 Sterne am Himmel als 5 an der Hoteltür? - Das schöne am Campen - Ein paar Gedanken und Gefühle


Lange habe ich überlegt ob ich meine Worte aufschreibe, dann habe ich sie aufgeschrieben und noch 1000 mal umgeschrieben, es nicht gepostet und wieder umgeschrieben. Heute habe ich mich dazu durchgerungen, den Beitrag doch zu Posten. Tadda! Hier ist er, quasi druckfrisch.
Lange Zeit wusste ich einfach nicht, ob ich es überhaupt schaffe meine Gefühle in Worte zu fassen. Jetzt weiß ich, ich schaffe es nicht 100%, aber ich denke, ich schaffe es trotzdem euch einen kleinen Einblick zu geben, warum ich das Campen in der Natur und Roadtrips so liebe. 



Campen, man liebt es, oder man hasst es? Die einen so und die anderen eben so, ich liebe das Campen und vor allem liebe ich Roadtrips. Ich finde es gibt keine schönere Art zu reisen. Versteh mich nicht falsch, ich reise auch durchaus anders, aber am liebsten Reise ich eben so. 

Das Schlafen in unserem Bus, im Zelt, oder in der Hängematte. Naturnah 
eben. Diese völlige Freiheit, die man spürt, wenn man den Schlüssel im Zündschloss umdreht und der Motor aufheult. Dieses grenzenlose, weil man fahren kann wohin mal will. Jeden Tag aufs Neue. Man reist nur mit dem nötigsten und konzentriert sich aufs Wesentliche. Der eigene Rhythmus passt sich dem der Natur an, ganz automatisch. Man wacht früh auf, hat viel vom Tag. Meistens wache ich ganz selbstverständlich zwischen 5.30 und 8.00 Uhr auf. Klingt erstmal gar nicht nach Urlaub, ist es aber, denn man wird automatisch wach, durch Vogelgezwitscher, die Sonne, oder einfach dadurch, das der Tag beginnt. Man ist zu 100% ausgeruht und startet den Tag mit einem Lächeln im Gesicht. 
Roadtrips sind einfach gestrickt, es geht im Grunde immer um die selben Dinge:

• Losfahren, sich umgucken,
 neues entdecken
• Schlafplatz finden
• Lager aufbauen 
• Essen machen
• Die Einsamkeit genießen
• Sich die Karte angucken und überlegen 
wohin es morgen gehen kann. 

Keine große Planung, einfach machen und gucken was unterwegs so passiert. Die Route entsteht beim Fahren. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb sind Roadtrips, Wanderungen und Campingreisen jeglicher Art in der Regel die größten Abenteuer. Tausende Erlebnisse und Eindrücke und am Abend ein tiefer und fester Schlaf in dem man alles verarbeitet. 
Man ist eigentlich permanent unterwegs, auf der Suche nach dem vergessenen, geheimen und einzigartigen Platz - einem Platz an dem man ganz für sich ist, wo man nicht zwischen tausenden Leuten und Geräuschen steht. Einen Platz an dem es nur die Natur gibt und sonst nichts. Einfach frei von allem. Ganz man selbst sein, ohne das man dabei gestört wird. Das ist Freiheit. 



Hier steht die Zeit still!

Diese Ruhe, die ich auf solchen kurzen und langen Reisen finde, nehme ich mit nach Hause und dieses Gefühl, welches man nicht beschreiben kann. Es ist dieses Gefühl welches man hat, wenn man morgens im Schlafsack eingekuschelt liegt und die Vögel draußen zwitschern hört. Dieses Gefühl, wenn man die Vorhänge zur Seite schiebt und in die aufgehende Sonne blinzelt. Dieses Gefühl, wenn man aufsteht und in diese kühle klare Morgenluft tritt und tief durchatmet. Dieses Gefühl, wenn man morgens auf einer Gasflamme den ersten Kaffe kocht und ihn danach draußen in der Morgensonne mit einer Wahnsinnsaussicht, eingekuschelt in eine Decke trinkt. Dieses Gefühl, wenn man unterwegs ist und aus dem Bauch heraus entscheidet in welche Richtung man abbiegt. Dieses Gefühl, wenn man in diese unendliche Weite blickt. Dieses Gefühl, wenn man abends ein gemütliches Lagerfeuer macht und darüber das Abendessen kocht. Dieses Gefühl, wenn .... Ich könnte stundenlang so weiter machen... Was das ganze komplett macht, ist das Wissen, dass niemand dich aufhält und du machen kannst was du willst. Du bist Frei. 

Schätze die kleinen Momente!

Die Zeit, die man hat auf so einer Reise, ist sehr intensiv. Man zerrt lange von den Erfahrungen, Erlebnissen, Gefühlen und Momenten. So eine Reise wäscht den grauen Alltag von der Seele und schärft den Blick fürs Wesentliche. Als Familie oder Freunde wächst man total zusammen, sogar dann, wenn man denkt, noch enger könnte man gar nicht mehr zusammen geschweißt sein. So eine Reise bewegt vieles in einem, aber es fühlt sich gut an.

Machen kann man so eine Reise eigentlich mit jedem, der Lust darauf hat und mit dem man sich gut versteht. Ähnlich verrückt wie du sollte diese Person sein und genau so abenteuerlustig. Ach ja, ihr braucht natürlich eine Portion Fernweh. 



I found some beautiful place to get lost!

Das mit dem Fernweh sollte allerdings nicht das Problem sein. Wenn es tatsächlich jemand gibt, der von Natur aus kein Fernweh besitzt, dann bekommt er es garantiert, beim durchblättern von Bildbänden und Magazinen, beim angucken von Bildern auf Pinterest und Instagram oder beim lesen von Reiseblogs und gucken von Reisedokumentationen. Ich habe zumindest noch niemanden getroffen, der dabei kein Fernweh bekommt. 

Ich persönlich besitze eigentlich immer eine gewisse Portion Fernweh. Je mehr ich reise, desto mehr zieht es mich in die Welt hinaus. Diese ganzen Glücksgefühle auf Reisen machen süchtig. Ich könnte ständig unterwegs sein, wenn es da nicht auch noch diese anderen Verpflichtungen gäbe und die Sache mit dem Geld nicht wäre. 

Die Natur zu erleben, Orte zu finden, die andere noch nicht gefunden haben, dass ist es, was mich immer wieder antreibt eine solche Reise zu machen. Orte zu finden, die für mich besonders sind. Egal zu welcher Jahreszeit und egal wohin. Es gibt so viele fantastische Orte, die wir noch nicht kennen, ganz nah dran und auch ganz weit weg. Es ist eine besondere Art, so zu Reisen und keine Reise ist wie die andere. Es sind alles Unikate, deren Erinnerungen ich für immer in meinem Herzen aufbewahre. Es sind Reisen, auf denen man etwas lernt und entdeckt, nicht zu letzt auch sich selbst. Einfach mal nur in die Ferne gucken, kann so gut tun. Probiere es aus. Du hast nichts zu verlieren, mach es einfach und wenn es erstmal nur für eine Nacht ist. 



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